Inrô sind Gefässe
aus Holz, Elfenbein oder Knochen, die am Gürtel getragen wurden; sie
enthielten Pillen und Duftstoffe. Eine seidene Schnur läuft auf beiden
Seiten durch einen inneren Kanal zum Boden, wo sie mit einem zierlichen
Knoten verknüpt ist.
Oben, nach dem
Austritt der Schnur, wird sie durch das sogenannte „Ojimé",
einer Art durchbohrtem Knopf durch den die Schnur gestrafft wird,
geführt.
Am Ende der Schnur befindet sich das
„Netsukê", eine Figur, die das Inrô am Gürtel hält.
Die älteste Quelle,
die das Inrô erwähnt, sind die Schriften des Kei-chô (1569 -1614).
Seit dem Anfang des
17. Jahrhunderts wurden Inrô in der bekannten Form benutzt.
Das Inrô wurde bis in
das 19. Jahrhundert getragen und verschwand erst, als die Kleidung westlich
wurde. Heute wird es noch von den „Komuso", Wanderpredigern in
Kyôtô getragen, die entsprechend ihrem Gelübde einen Strohkorb über
den Kopf gestülpt haben.
Nach älteren
Quellenangaben enthielten die Inrô hauptsächlich ein rotes Pulver,
dem man die wunderbarsten Wirkungen zuschrieb. Alles deutet darauf
hin, dass es sich dabei um die sogenannte „Terra Japonicum" (Catechu) handelte.
Der japanische Begriff ist Azenyakû.
Es handelt sich bei dem Stoff nicht um eine "rote Erde", wie
man annahm, sondern um einen Extrakt aus eine Akazie – Areca.
T