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und zitiert die hervorragenden Eigenschaften  im

 

 IValentini: Museum Museorum 1704

Oder Vollständige Schau-Bühne Aller Materialien und Specereyen Nebst deren Natürlichen Beschreibung / Election, Nutzen und Gebrauch / Aus anderen Material- Kunst- und Naturalien-Kammern / Ost= und West=Indischen Reisz=Beschrei-bungen / Curiosen Zeit= und Tag=Registern / Natur= und Artzney= KŸndigern / wie auch selbst=eigenen Erfahrung / Zum Vorschub Der Studirenden Jugend / Materialisten / Apotheker und deren Visitatoren / Wie auch anderer Künstler / als Jubelirer / Mahler / Färber / u.s.w. also verfasset / und Mit etlich hundert sauberen Kupfferstücken Unter Augen geleget von D. Michael Bernhard Valentini, Ihro Hoch=Fürstl. Durchl. der verwittibten Frau Landgräffin zu Hessen=Darmstadt / Leib= und Hof=Medico, der Artzney und Natürl. Wissenschaften prof. Ord. zu Giessen / auch verschiedener Curiosen Academien in Teutschland und Italien Collegâ. Franckfurt am Mayin / In Verlegung Johann David Tunners. 
Im Jahr 1704.

Terra japonicum 

§14

Weilen auch letzlich die also genandte Japponische Erde oder TERRA CATECHU insgemein unter die Medicinalische Erden gezehlet wird / so hab dieselbe auch allhier nicht gänzlich mit Stillschweigen vorbey gehen wollen. Es ist aber dieses ein gummosischer und hart auffgetruckneter Safft 7 eusserlich röthlich-schwarz / inwendig aber röthlich-braun / eines Anfangs herben und anhaltenden / nachmahlen aber etwas süssen und annehmlichen Geschmacks: kommt aus Japonien; weswegen sssie auch Terra Japonica und von dem anderen Nahmen Teutsch Gatschau oder Cassu genennet wird; obwohlen die Apothecker insgemein die mit Bisam und Amber praeparirten Terram Japonicam nur Catechu oder Gatschau nennen / die Erde selbsten aber Terram Japonicum heissen / wie Dale in seiner Pharmacol. Pag. 349 wohl observiert.

§15

Ob aber dieses eine rothe Erde sey / wie es eusserlich scheinet / und anfänglich davor gehalten wurde / oder ob es vielmehr ein Compositum aus Süssholz / Galmus und Areca seye 7 wie viele andere meynen / davon sind gar verschiedenen Merynungen / welche in Miscellan. Acad Germ. Cur. Dec. 1 A2. obs. 128. Pag. 209 Seqq. Von Herrn D. Wedeln weitläuffig erzehlet worden : zu deren Entscheidung sich durch allerhand Problem und Experimenten D. Hagendorn sehr bemühet. / auch ein besonders Curioses Tractätlein de Terre Catechu geschrieben / worinnen er doch endlich des berühmten Herrmanni Gedanken sehr nahe kombt / welcher dieses Simplex durchaus vor keine Erde / sondern vielmehr vor einen puren und sehr hart gemachten Safft hält / welcher aus der Areken-Frucht und der Rinde eines Indianischen Baumes / Catechu genandt / ausgepressed und zu solcher Härte abgekochet werden: Welcher Meynung auch Helbigius und andere / so selbsten in Indien gewesen / beypflichten / zumahlen diese also genannte Terra Catechu im Wasser ganz zerlassen und allzusambt durch ein Filtrum gesiehen werden kan / welches an keoner Erden zu sehen ist. Indessen kann wohl seyn / dass noch andere anhaltende Säffte dazukommen / als Succus acaciae Orient. Welchen D. Cleyer in einem Brieff an D. Sebastian Scheffern pro basi hielte: wovon im Anhang dieses Buchs / nehmlich in denen Ost-Indianischen Send-Schreiben noch ein mehres zu finden ist.

§16

Man siehet derselben zweyerley Sorten: Eine so purer und sauberer ist / welche sobald man sie an die Zunge hält / gleichsam schmelzen thut / anbey eusserlich dunkel-roth innwendig aber hell-roth / glänzend und nicht verbrand scheinet / welche der ander immer vorzuziehen / so viel härter und unsauberer ist. Der Unterscheid kommet vornehmlich daher / weilen zu der ersten mehr von dem guten Succo arecae genommen wird / als zu der andern.

§17

Ihre Kräfften und Würckungen betreffend / so hat sie eine adstringirend Kraft / und ist desswegen in allen Durchbrüchen / Erbrechen / Blutstürzungen / Flüssen und dergleichen ein sehr gutes Mittel / wie ogemeldter Herr Hagedorn in seinem Büchlein nach der Länge davon zu sehen ist / Wo auch viele andere Praeparate und Composita davon zu sehen sind / unter welchen die Muscerda Molchata und Gatschu der Apothecker am gemeinesten ist / so auss der Terra Japonica mit Bisam und Amber durch Tragant und dergleichen zu kleinen Trochifels wie Mäussdreck anzusehen / formiret wird / welche je kleiner sie sind / je besser sie gehalten werden. Sie machen einen guten Athem und dienen absonderlich gegen die blutende und wackelnde Zähne.

 

Aufnahme mit dem Raster-Elektronenmikroskop

Auszug aus  "Klinische Chinesische Pharmakologie"

Catechu (Gambir)

Das Mittel wird durch Abkochen der Blätter evtl. auch der jungen Zweige und anschliessendes Eindicken des Absuds gewonnen, entweder 1. Aus Uncaria gambier Roxburgh, zur Familie der Rubiaceae (Röte- oder Laubkrautgewächse) gehörend und auf Java und der malayischen Halbinsel vokommend; oder 2. Aus Acacia catechu Wildenow; zur Famile der Leguminosae (Hülsenfrüchtler) gehörend und in Indonesien und Südostasien verbreitet.

Temeraturverhalten : neutral

Sapor: bitter, adstringierend

Orbisbezug: o. pulmonalis

Wirkung: zusammenziehend, Wunden kontrahierend, blutstillend

Indikationen:

calor humidus Befunde : Wunden, eiternd, mit schlechter Heiltendenz, blutendes, geschwüriges Zahnfleisch

Blutende Wunden, sowie Blut im Urin und Kot

Dosis: 0.5 – 1 c im Tuch abgekocht; auch in Pulvern oder Pillen 0.1 –0.3 c pro Gabe.